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Der perfekte Tag

Brautkleid

Geschichte des Brautkleids

« Geschichte und Bedeutung »

Ein Traum in Weiß. Tüll, Spitze, Satin, Seide und wunderschöne Details. Vom klassischen A-Linien-Kleid bis hin zum ausladenden Prinzessinnenkleid: Wer heute ein Brautkleid sucht, hat eine riesige Auswahl und findet ganz bestimmt das perfekte Traumkleid. Aber welche Geschichte hat dieses außergewöhnliche Kleidungsstück und warum ist es in den meisten Fällen weiß?

Eine jahrhundertlange Brautkleid-Geschichte

In einem der bekanntesten und ältesten Bücher der Welt, der Bibel, findet man bereits Brautkleider. Hier wird besonders von reiner Seide gesprochen und dass die Braut sich für ihren Bräutigam speziell schmückt. Es ist also davon auszugehen, dass seit jeher eine Heirat im Hochzeitskleid stattgefunden hat oder dass die Braut sich für diesen Tag zumindest besonders außergewöhnlich geschmückt hat.

Trauzeugin hilft, das Brautkleid anzuziehen

Vom Mittelalter zur Renaissance

Im Mittelalter trugen die Damen aufwendig genähte Kleider mit schweren, edlen und besonders bunten Stoffen in zahlreichen Lagen. Dieses Vorrecht hatten allerdings nur die Frauen der oberen Gesellschaftsschicht. Die Kleider wurden mit Edelsteinen und Stickereien verziert und es brauchte oft viele Leute, die der Braut beim An- und Auskleiden halfen. Beim gesamten Brautoutfit galt es, den Wohlstand und die Beliebtheit der Brautfamilie zur Schau zu stellen.

In Bauernfamilien und der unteren Gesellschaftsschicht trugen die Bräute die jeweilige Tracht des Ortes und schmückten sich mit Blumen oder einem speziellen Schleier. Trachten waren damals häufig schwarz oder in anderen dunklen Farben gehalten.

Zur Renaissancezeit wurden die Ausschnitte des Brautkleides sehr offenherzig und die Braut stellte ihre weiblichen Rundungen zur Schau.

Mittelalterlich gekleidetes Paar

Der Schritt zum weißen Brautkleid

Weiße Brautkleider waren lange Zeit nach der Erwähnung im neuen Testament aus der Mode gekommen und die Bräute sah man ausschließlich im bunten Brautkleid. Im 19 Jahrhundert jedoch setzte Königin Victoria von England einen Trend, der bis heute andauert: Das weiße Hochzeitskleid.

Königin Victoria und Prinz Albert bei der Hochzeit

Von da an trugen Bräute der westlichen Welt fast ausschließlich weiße Kleider für den Tausch der Hochzeitsringe. Lediglich der Schnitt veränderte sich in der Brautkleid-Geschichte. Zur Zeit von Victoria, Sissi und Co. waren die Hochzeitskleider ausladend, aufwendig bestickt und aus schweren Stoffen. Einige Zeit später, in den 1920er Jahren, dirigierte der sogenannte Charleston-Look die Richtung der Hochzeitskleidung. Kürzere Haare, Dreiviertellänge und außergewöhnliche, teilweise asymmetrische Schnitte zierten die Damen an ihrem Hochzeitstag. Während der Stil in den nächsten Jahren dann wieder etwas „gemäßigter“ und traditioneller wurde, begann man in den 50er Jahren auch knielange Kleider zu tragen. Einige Jahre später waren Puffärmel der letzte Schrei und in den frühen Zweitausendern eroberten trägerlose Hochzeitskleider die Brautläden.

Heute gibt es nahezu jedes Jahr einen neuen Trend und eine größere Auswahl an Hochzeitskleidern als jemals zuvor. Es wird Wert darauf gelegt, dass es zur Tragenden selbst gut passt und ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Mittlerweile lässt sich für jeden Geschmack und auch für jede Preisklasse ein passendes Kleid für die Hochzeit finden.

Welche Bedeutung hat die Farbe?

Die ursprüngliche Bedeutung eines weißen Brautkleides ist Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit. Bis vor nicht allzu langer Zeit trugen Bräute, die bereits mit ihrem zukünftigen Ehemann intim geworden waren, ein leicht cremefarbenes oder sogar farbiges Kleid, weil sie die Symbolik nicht mehr erfüllen konnten.

In Indien hingegen ist es Hochzeitstradition, dass die Braut ein rotes Sari trägt. Dieses ist reich und aufwendig bestickt. Rot gilt als sehr glücksbringend. Dazu werden zahlreiche goldene Ketten angelegt, sowohl auf dem Kopf als auch an Hals, Ohren und Handgelenken. Durch den zahlreichen Schmuck wird der Wohlstand der Brautfamilie zur Schau gestellt.

Auch in China trägt man nach der Hochzeitstradition ein rotes Kleid. Viele Chinesinnen heiraten heute jedoch auch in Weiß.

In der Türkei und anderen muslimischen Ländern tragen Bräute ebenfalls weiße Brautkleider, weil dadurch Reinheit und Unschuld symbolisiert werden.

Traditionelles chinesisches Hochzeitspaar

Interessante Bräuche in Zusammenhang mit dem Brautoutfit

In Großbritannien wird folgender uralter Spruch heute meist immer noch umgesetzt: „Something old, something new, something borrowed, something blue“. Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues. Auch hierzulande setzen viele diesen Spruch in Bezug auf ihr Brautkleid um. So könnte man beispielsweise einen Schleier tragen, der in der Familie vererbt wird, eine Kette von der Großmutter leihen und als blaues Accessoire könnte das Strumpfband dienen.

Das Alte steht für die Beständigkeit, das Neue für Glück in der Ehe. Das Geliehene symbolisiert Hilfe und Beistand von Freunden, während Blau für Treue steht.

Frau mit blauem Strumpfband

Schon seit langer Zeit ist es außerdem ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Bräutigam seine Braut vor der Trauung nicht im Brautkleid sehen darf. Auch wenn man heute nicht mehr glaubt, dass sich das negativ auf die Dauer der Ehe auswirkt, genießen viele Bräute einfach den Überraschungseffekt, wenn sie zum Altar schreiten und in das Gesicht ihres zukünftigen Ehemannes sehen. Viele Paare verbringen die Nacht vor der Hochzeit sogar getrennt, obwohl sie normalerweise zusammenleben.

Memoire-Trauring

Eine weitere Annahme ist, dass die Anzahl der Knöpfe am Brautkleid für die Anzahl der glücklichen Ehejahre des Brautpaares stehen. Die Dame mit vielen Knöpfen am Hochzeitskleid kann sich also außerordentlich glücklich schätzen.

Brautkleid mit Knöpfen am Rücken

Ein Schleier symbolisiert übrigens auch Reinheit und Unschuld. Nachdem der Vater die zukünftige Ehefrau zum Altar führt, lüftet der Bräutigam den Schleier. Damals wurde bei einer zweiten Ehe kein Schleier mehr getragen, weil man dieser Symbolik in dem Fall nicht mehr gerecht wurde.


Bildquellen: 
Beitragsbild | © Julia – stock.adobe.com
Trauzeugin hilft beim Ankleiden | © fesenko – stock.adobe.com
Mittelalterliches Brautpaar | © Наталья Новикова – stock.adobe.com16
Königin Victoria und Prinz Albert | By Engraved by S Reynolds after F Lock – Hulton Archive/Getty images — Original engraving from 1840, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24976027
Chinesisches Brautpaar | © Kadmy – stock.adobe.com
Blaues Strumpfband | © Anna Mironova – stock.adobe.com
Kleidrücken | © Andriy Medvediuk – stock.adobe.com

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