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Die Reinheit von Diamanten

« Strahlender Glanz, ausdrucksstarke Brillanz »

Diamanten ziehen magisch in ihren Bann! Geheimnisvoll funkelnd und strahlend sind sie ein Sinnbild der unvergänglichen Liebe. Die Reinheit des Edelsteins wirkt sich unmittelbar auf seine Strahlkraft aus – und auf seinen Preis. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Ring mit Diamant kaufen möchten.

Die vier C’s

Ein Diamant wird klassifiziert über die sogenannten vier C’s:

  • Carat steht für Karat, also für das Gewicht des Steins.
  • Colour kategorisiert die Farbe
  • Cut beschreibt den jeweiligen Schliff
  • Clarity definiert die Reinheit

Der Wert eines Edelsteins bemisst sich an der jeweiligen Kombination dieser vier Eigenschaften. Für einen Verlobungsring sind Viertelkaräter, Halbkaräter oder Einkaräter beliebt. Insbesondere farblose, edle Brillanten werden wegen ihres faszinierenden Funkelns gerne gewählt, das durch diese besondere Art des Schliffs entsteht. Bei einem Brillanten handelt es sich also nicht um eine eigene Art Edelstein, sondern um einen Diamanten mit Brillantschliff, der das Funkeln des Steins auf besondere Weise hervorhebt.

Ungeschliffener Diamant

Die Reinheit

Die Entstehung eines Rohdiamanten erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa einer Milliarde Jahre. In mehreren hundert Kilometern Tiefe werden die Kohlenstoffatome des Steins bei über 1000 Grad Hitze und sehr hohem Druck zu diesem geheimnisvollen Edelstein geformt. Im Laufe der Zeit kommt es aufgrund der Bewegungen unterhalb der Erdkruste immer wieder zu Änderungen in seiner Umgebung. Durch diese Veränderungen ergeben sich beinahe zwangsläufig Einschlüsse. Lupenreine Steine sind aufgrund dessen extrem selten sowie dementsprechend wertvoll.

Die Größe, die Lage und die Anzahl dieser Einschlüsse definiert den Reinheitsgrad eines Edelsteins. Während sich Größe und Anzahl der Einschlüsse kaum ändern lassen, kann die Lage letzterer durch einen guten Cut beeinflusst werden. Beim Brillantschliff sollte sich der Einschluss möglichst nicht in der Nähe des Zentrums des Steins befinden. Dies würde die Reflexion des Lichtes stören, weil es die Strahlen unterbrechen würde, die vom Boden des Edelsteins aus reflektiert werden. Der Einschluss kann daher bei ungünstiger Lage einen massiven Einfluss auf die Brillanz haben.

Die Reinheitsklassen

Kurz gesagt bemisst sich die Reinheit von Diamanten nach der Anzahl und der Größe ihrer Einschlüsse. Je weniger Unschönheiten also ins Auge fallen, desto höher liegt der Wert des Steins. Um den Preis nachvollziehbar festlegen zu können, erfolgt die Kategorisierung anhand der elf Reinheitsklassen der Diamantenreinheitsskala:

  • FL, IF (FL – Flawless für lupenrein, IF – Internally Flawless für innen lupenrein):

Der Edelstein erscheint außen und innen frei von Fehlern, Beschädigungen und Einschlüssen. Dies bedeutet, dass selbst unter 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse erkennbar sind. Steine dieses Reinheitsgrades sind extrem selten und wertvoll. Der Preis eines lupenreinen Steins steigt exponentiell mit seiner Größe an, weil die Lupenreinheit gerade bei größeren Exemplaren äußerst selten ist.

  • VVS1, VVS2 (Very, Very Small Inclusions): Die Einschlüsse sind so winzig, dass sie nur unter 10-facher Vergrößerung, also mit der Lupe, für das geübte Auge sichtbar sind.
  • VS1, VS2 (Very Small Inclusions): Die Einschlüsse sind so klein, dass sie für das ungeübte Auge nicht sichtbar sind.
  • SI1, SI2 (Small Inclusions): Bei genauer Betrachtung sind die Einschlüsse mit bloßem Auge zu erkennen. Exemplare dieser Kategorie können preislich jedoch sehr interessant sein, wenn die Einschlüsse zwar zu sehen sind, aber von der Fassung des Steins verdeckt werden können. Das Zertifikat des Diamanten kann gegebenenfalls Auskunft über die Lage der Einschlüsse geben.
  • I1, I2, I3 / P1, P2, P3 (Included / Piqué): Je nach Lage der Einschlüsse kann die Brillanz sehr deutlich gemindert sein.

Die Reinheit der Diamanten ist entscheidend

Beeinflussung der Reinheit

Finden Sie die Bezeichnung „clarity enhanced“ im Zertifikat, so bedeutet dies, dass der Edelstein in seiner Reinheit verändert wurde. Bei diesem Verfahren werden mit Hilfe eines Lasers feine Kanäle in den Edelstein gebohrt, so dass die Einschlüsse entnommen werden können. Die Kanäle werden anschließend mit einer kristall-ähnlichen Substanz verfüllt. Mit dem bloßen Auge ist dieser Eingriff nicht zu sehen. Ein Fachmann kann jedoch Modifizierungen mit einer Lupe mit 10-facher Vergrößerung erkennen aufgrund der Blitze, die zu sehen sind, wenn er von oben auf den Stein schaut und ihn dabei leicht bewegt. Diese Bearbeitungsmethode kann auch angewandt werden, wenn der Diamant beschädigt wurde.

Der Vorteil einer Bearbeitung des Edelsteins liegt in der größeren Reinheit, die sich nach Entfernung der Einschlüsse für das bloße Auge ergibt.

Da bearbeitete Steine wesentlich preisgünstiger sind als Steine mit einer natürlichen Reinheit dieses Grades, ist dies eine Option für preisbewusste Käufer. Nachteilig wirkt sich die Bearbeitung jedoch auf die Stabilität des Steins aus. Bei großer Hitze oder auch nach Ablauf einer gewissen Zeit verliert der Stein durch Verlust seines Füllmaterials der Kanäle an Stabilität. Zudem ergibt sich natürlich eine Änderung in der Brechung der Lichtstrahlen innerhalb des Steins, was sich nachteilig auf seine Strahlkraft und Brillanz auswirken kann. Die Vor- und Nachteile sollten bei bearbeiteten Steinen also gut gegeneinander abgewogen werden.

Der Diamantring

Der Verlobungsring mit Brillant ist ein Zeichen der unvergänglichen Liebe. Als solches soll der Ring natürlich von außergewöhnlicher Schönheit sein, um die Partnerin ein Leben lang zu begeistern. Jedoch liegen lupenreine Steine und Steine mit Einschlüssen, die nur mit einer Lupe zu erkennen sind, auf einem hohen Preisniveau. Andererseits besitzen Edelsteine mit deutlich sichtbaren Einschlüssen zumeist nicht die Brillanz, die mit einem Diamantring in Verbindung gebracht wird. Und wer möchte schon, dass die Liebste vom Verlobungsring enttäuscht ist?

Ringe mit echten Diamanten

Aus diesen Gründen werden für den Diamantring oft Steine gewählt, deren Einschlüsse mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind oder deren Einschlüsse keinen nennenswerten Einfluss auf die Brillanz der Ringe haben. Auch durch einen für den jeweiligen Stein günstigen Schliff (Cut) kann der Einfluss von Einschlüssen auf das Erscheinungsbild des Steins gemindert werden. Als Daumenregel gilt hier: je größer die Facetten, desto mehr fallen Einschlüsse ins Gewicht und stören das Gesamtbild. Gerade der Brillantschliff mit seinen vielen Facetten kann an dieser Stelle sehr hilfreich sein, die Reinheit von Diamanten makelloser erscheinen zu lassen, als sie ist.


Beitragsbild: © sarawut795 – stock.adobe.com
Ungeschliffener Diamant: © Björn Wylezich – stock.adobe.com
Diverse Diamanten: © PixlMakr – stock.adobe.com