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Ehering rechts oder links? Ach, machen Sie doch einfach, was Sie wollen.

Der Partner ist gefunden, der Antrag gemacht, das Ja-Wort gesprochen, nun noch schnell den Ring aufziehen und ab in den Hafen der Ehe. Aber, halt: Welche Hand halte ich meinem Partner nun hin, wenn der große Moment gekommen ist? Gibt es eine Regel, die für alle gilt? Gibt es den einen Brauch, dem man folgen muss? Oder kann ich täglich wechseln?

Die Antwort: Sie können tatsächlich machen, was Sie wollen. Denn auch wenn es in bestimmten Ländern bestimmte Bräuche gibt, gibt es keine offiziell geltende Regel, die vorschreibt, an welche Hand der Ehering gehört. Es gibt allerdings sehr viele Gerüchte und eine sehr romantische Legende.

Aber fangen wir vor der Haustür an. In Deutschland wird der Ring aus der Tradition heraus eher rechts getragen (die Tradition beruht auch auf dem Umstand, dass an der linken Hand wegen des Verlobungsringes kein Platz mehr ist). Tatsächlich aber steht Deutschland damit ziemlich allein auf weiter Flur. Denn neben unseren Nachbarn in Österreich und der Schweiz bevorzugen nur wenige andere Länder (unter anderem Polen oder Bulgarien) die rechte Hand. Der Rest der Welt wählt meist die linke. Und der Grund ist eigentlich ein recht romantischer – und ein sehr, sehr alter.

Die Eigenart eines Eheringes als Versprechen, das zwei sich liebende Menschen miteinander eingehen, kommt nämlich schon aus der Antike. Damals glaubte man, dass der linke Ringfinger direkt über die sogenannte Vena Amoris (lateinisch für Liebesader) mit dem Herzen verbunden ist und dass man durch das Tragen des Eheringes auf dem linken Ringfinger einen direkten Draht dorthin spannt, wo die Liebe entspringt: im Herzen. Schön, oder?

Warum also trägt man den Ring in Deutschland (und einigen wenigen anderen Ländern) auf der rechten Hand? Glaubt man hier denn nicht an die Liebesader? Doch, laut der geschichtlichen Überlieferung schon. Allerdings waren die Germanen der Meinung, dass diese Ader nun mal zur rechten Hand führt ...

Die Liebesader ist übrigens nicht die einzige gern erwähnte Erklärung auf die Frage „links oder rechts“. So hält sich auch hartnäckig der Glaube, dass Katholiken den Ehering rechts tragen, Protestanten lieber links. Allerdings muss man nur in wenige katholisch geprägte Länder schauen, um zu sehen, dass dies nicht unbedingt der tatsächlichen Situation entspricht.

Heute ist die Wahl der Hand allein dem Träger des Rings überlassen und basiert nicht selten auf ganz banalen Gründen wie Bequemlichkeit, Alltagsaktivitäten, Berufen oder der Händigkeit. So tragen Rechtshänder den Ring lieber links, weil er dort nicht nur geschützter ist, sondern auch weniger stört. Wer das Ringetragen an sich gar nicht gewohnt ist, wird den Ring auch lieber links tragen, damit er bei alltäglichen Aktivitäten wie Händeschütteln nicht drückt. Nicht wenige wählen sogar einen ganz anderen Finger, weil der Ring sich dort im Alltag besser anfühlt. Und wieder andere tragen den Ring nur zu besonderen Anlässen.

Wenn also der Moment gekommen ist, in dem Sie Ihrem Partner vor dem Traualtar die Hand hinhalten, dann machen Sie doch einfach, was Sie für richtig und bequem halten. Denn ob nun links oder rechts, am Ring- oder jedem anderen Finger oder an einer Kette um den Hals, der Ring wird, egal wo er sich befindet, immer für das eine ganz besondere, wunderschöne Versprechen stehen, das sie sich untereinander geben. Und nur darauf kommt es doch wirklich an.